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Entdecken Sie die gestalterischen Möglichkeiten des Light-Painting als eine besondere Form der Fotografie bei Nacht und zur blauen Stunde.

Light-Painting in Zürich
Light-Painting in Zürich

Fotografie leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet, mit Licht schreiben und malen. In diesem Sinn könnte jede Fotografie unter dem Label „Mit Licht gemalt“ stehen.  Mit Light Painting und Light Writing wird jedoch eine Sonderform der Fotografie bei Dunkelheit in Kombination mit beweglichen Lichtquellen bezeichnet. Mit den Möglichkeiten digitaler Kameras hat sich aus dieser bereits seit langem angewandten fotografischen Spielart ein Trend entwickelt. Zur Inspiration finden Sie unter dem Stichwort „Light-Painting“ zahlreiche Aufnahmen im Internet.

In diesem Foto-Tipp möchte ich Ihnen die Technik des Light Painting vorstellen. Das Wesentliche hierbei sind lange Belichtungszeiten, die es erlauben, während der Belichtung des Fotos Lichtquellen vor der Kamera zu bewegen. Digitale Spiegelreflexkameras bzw. spiegellose Systemkameras und die meisten Bridge-Kameras bieten hierzu alle Möglichkeiten. Auch einzelne Kompaktkameras ermöglichen Langzeitaufnahmen (mehrere Sekunden) über Motivprogramme oder das manuelle herabsetzen des ISO-Werts.  In diesem Foto-Tipp beziehe ich mich vor allem Kamerafunktionen bzw. Programme A/AV (Zeitautomatik) bzw. M (Manuelle Blenden- und Zeitwahl).

 

Ausrüstung

  • Kamera – (s. o. lange Belichtungszeiten müssen möglich sein)
  • Dreibein-Stativ
  • Stativköpfe mit Wechselplatten sind empfehlenswert, diese Platten bleiben an der Kamera und ermöglichen eine schnelle Befestigung am Stativ.
  • Was die Stativköpfe betrifft (3-D-Neiger oder Kugelköpfe) sind beide Typen geeignet, der Bequemlichkeit wegen bevorzuge ich Kugelköpfe.
  • Fernauslöser - Es kann in vielen Fällen mit dem Selbstauslöser der Kamera gearbeitet werden. Bequemer ist die Nutzung eines Fernauslösers oder, falls dies von der Kamera unterstützt wird, per Handy. Bei Bedarf kann ein Fernauslöser mit Verriegelung eingesetzt werden (für Steuerung der Belichtungszeit im Bulb-Modus), dies ist bei vielen Fernauslösern mit Kabel Standard. Im Bulb-Modus kann die Belichtung so lange ausgedehnt werden, wie der Auslöser bzw. der Fernauslöser gedrückt bleibt. Kabelgebundene Fernauslöser haben den Vorteil, dass keine zusätzliche Stromversorgung benötigt wird.  
  • Ersatz-Akkus (Langzeitaufnahmen benötigen viel Akku-Kapazität)
  • Evtl. Graufilter (ND-Filter) – Diese ermöglichen es, die Belichtungszeit weiter auszudehnen, ohne dass die Aufnahme überbelichtet wird. Diese Filter eignen sich auch sehr gut, um Wischeffekte z. B. bei Wasserfällen zu erzeugen.  

 

Lichtquellen
Bei Lichtquellen lohnt es sich zu spielen, es eignen sich fast alle Lichtquellen. Farbfolien ermöglichen es, die Lichtquellen farblich anzupassen. Auch die Helligkeit der Beleuchtungsquellen ist wichtig. Es können z. B. genutzt werden:

  • Taschenlampen
  • Wunderkerzen
  • Fackeln
  • Blitze
  • Fahrradlichter
  • Handy
  • Tablet-Display
  • etc.

 

Praktische Umsetzung mit Modus A

  • Kamera auf dem Stativ befestigen
  • ISO-Wert manuell auf niedrigsten Wert einstellen
  • Aufnahmemodus A einstellen (bei Canon AV)
  • Bildausschnitt wählen
  • Manuell fokussieren (dies funktioniert meist zuverlässiger als der Autofokus – Alternativ könnten Sie auch die Kamera im Autofokus fokussieren lassen und dann den Autofokus deaktivieren)
  • Stoppen Sie die Zeit, die Sie für den Schriftzug (oder was Sie sonst mit Ihrer Lichtquelle zeichnen wollen) benötigen. Die ermittelte Zeit gibt Ihnen einen Anhaltspunkt für den nächsten Schritt.
  • Stellen Sie eine große Blendezahl ein. Beginnen Sie mit Blende z. B. mit Blende f/9 oder f/11 – ein kurzer Druck auf den Auslöser zeigt Ihnen die zu erwartende Belichtungszeit – genügt diese für Ihr Vorhaben, so ist keine Änderung notwendig. Wenn Sie mehr Zeit benötigen, erhöhen Sie die Blendenzahl. Damit verkleinern Sie die Blende, wodurch die Kamera länger belichten muss. Dies geschieht im A/AV-Modus automatisch. Benötigen Sie eine längere Zeit, als Ihnen bei Einstellung der größten Blendenzahl angeboten wird, hilft die Verwendung eines Graufilters (ND-Filter).
  • Achtung! Über den Modus A/AV können bei vielen Kameras lediglich Zeiten bis 30 Sekunden erreicht werden. Wenn Sie eine längere Zeit benötigen, empfiehlt sich eine manuelle Steuerung im Modus M oder mit Bulb.
  • Starten Sie (oder lassen Sie starten) die Aufnahme per Fernauslöser oder Selbstauslöser. Bei Aufnahmen mit Selbstauslöser müssen Sie die Zeit bis zum Belichtungsbeginn einkalkulieren. Achtung! Kamera während der Aufnahme nicht berühren, es besteht Verwacklungsgefahr.
  • Kontrollieren Sie nach der Aufnahme das Bildergebnis – Zoomen Sie in das Bild, um die Schärfe zu kontrollieren.
  • Häufige Probleme
  • Nicht vollständig - Sollte Ihr Light Writing nicht vollständig sein, waren Sie entweder zu langsam (oder die Belichtungzeit zu kurz) oder Sie haben bei Verwendung des Selbstauslösers zu früh mit ihrer Lichtmalerei begonnen.
  • Light Painting ist zu dunkel – Wenn die Aufnahme richtig belichtet ist und lediglich das Light-Painting zu dunkel ist, dann reicht die Helligkeit der verwendeten Lichtquelle vermutlich nicht aus.  Verwenden Sie in diesem Fall z. B. stärkere Lampen

 

Aufnahmedaten des Fotos oben

  • Aufnahmemodus: AV/A
  • Blende: f/14
  • Belichtungszeit: 25 Sekunden
  • ISO-Wert: 100
  • Stativ + Selbstauslöser

 

Das Foto zu diesem Artikel ist im Rahmen eines Workshops der kleinen Fotoschule in Zürich zur Nachtfotografie entstanden. Weitere Informationen den Fotokursen der kleinen Fotoschule in Zürich finden Sie unter www.kleine-fotoschule.ch.

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